Protestfeuer trifft auf Götz Widmann und absurde Auflagen in Karlsruhe

Heute, am 26.1.2011, brannte in Karlsruhe erneut das Feuer des Protests, mit dem sich in ganz BaWü viele Menschen gegen die derzeitigen Zustände im Bildungssystem wenden. Um 13 Uhr versammelten sich ca. 300 Aktivist/inn/en am Hauptbahnhof um für ein bedingungslos freies Bildungssystem einzutreten. Die feurigen Begrüßungsreden von Vertretern der GEW, der Schüler/innen Bildungsinitiative, des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS), sowie von der Bildungsstreik Protestfeuer-Buscrew bezogen Position für einen grundlegenden Wandel in Bildung und Gesellschaft. Im Anschluss zogen die Demonstrierenden aus einem breiten Spektrum vereint hinter dem großen Fronttransparent „BaWü brennt – Bildungsstreik 2011“ und untermalt von Musik und lautstarken Sprüchen an der Universität vorbei zum Rathaus. Dort näherte sich die Veranstaltung dem inoffiziellen Höhepunkt: dem Auftritt des Liedermachers Götz Widmann.
Anschließend klang die Demonstration bei einer Mahnwache vor dem Bundesverfassungsgericht mit Kerzen und Protestfeuer aus. Ein Urteil dieses Gerichtes hatte 2005 die bundesweite Einführung von Studiengebühren möglich gemacht.
Doch nicht nur für deren Abschaffung setzt sich der Bildungsstreik ein. Im Rahmen der Protestfeuer-Reihe setzen sich in ganz Baden Württemberg viele Menschen generell für freie Bildung vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung ein. Selbstbestimmtheit, Demokratie, Gebührenfreiheit und ausreichende öffentliche Finanzierung sollen in allen Bildungseinrichtungen verwirklicht werden.

In Karlsruhe sahen sich die Demonstrierenden massiven Einschränkungen durch absurde polizeiliche Auflagen ausgesetzt. Einschüchtern ließen sie sich dadurch aber nicht.

Die Repression, welche sich in Karlsruhe im Vorfeld, während und nach der Demonstration abspielten, passten wie die Faust auf´s Auge zur gestrigen Bildungsstreik-Protestfeueraktion in Tübingen. Diese hatte sich unter dem Motto „Für freie Bildung und gegen repressive Polizeigewalt“ gegen die zunehmende Repression gegen BildungsaktivistInnen und andere soziale Protestbewegungen weltweit gewandt. In den Auflagen der Polizei für die Genehmigung der Demonstration war unter anderem das Verwenden von Transparenten mit einer Länger von über 3 m und weitreichende politische Sprüche untersagt worden.

Am 29.01. erreicht die Protestfeuer-Tour mit der landesweiten Bildungsstreik Demonstration in Stuttgart ihren Höhepunkt. Ab 16 Uhr werden sich Bildungsstreik-Aktivist/inn/en aus ganz Baden-Württemberg in der Lautenschlagerstr. versammeln.