Rede des Kita-Bündnis BaWü zum Bildungsstreik 2011

Liebe Mitstreiterinnen, liebe Mitstreiter,

wir vom Kita – Bündnis Baden Württemberg haben die Nase voll von den ewigen Versprechungen des Kultusministeriums.
Seit mehr als 30 Jahren dümpelten unsere Rahmenbedingungen in den Einrichtungen vor sich hin.
Spätestens seit der Implementierungsphase ist es nicht nur den Experten, und Fachkräften sondern auch den Eltern klar geworden dass in den Kitas dringend etwas geschehen muss.
Wir verfügen seit Jahren über die niederschwelligsten Angebote in den unterschiedlichsten Einrichtungsformen und unterstützen die Familien in ihren Erziehungsaufgaben. Auf jede gesellschaftliche und politische Veränderung müssen wir reagieren und  dazu beitragen dass die Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit nicht noch mehr in Schieflage gerät. All die Betriebe in Baden Württemberg profitieren davon, indem wir Öffnungszeiten vorhalten, damit Mütter und Väter ihr Spagat zwischen Beruf und Familie erfüllen können.
Wir halten individuelle Bildungsangebote vor und fördern, unterstützen jedes Kind damit es einen guten Start ins Leben erhält.

Doch mit der jüngsten Entscheidungen in Baden Württemberg den Orientierungsplan für nicht verbindlich zu erklären, fallen wir erneut in einen luftleeren Raum.
Wie sooft werden die qualitative Bildungsarbeit und Rahmenbedingungen – sprich der Personalspiegel der Kitas von den finanziellen Verhältnissen der jeweiligen Kommunen anhängig sein.

Denn mit der verbindlichen Einführung des OP wäre das Land in der Verantwortung gewesen die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die zu Recht geforderten besseren qualitative Arbeit vor Ort auf Grundlage des OP in den Einrichtungen endlich umgesetzt werden muss.

Das Fachpersonal ist in den letzten Jahren immer wieder in Vorleistung gegangen. Wir wurden immer wieder vertröstet und tatsächliche Reformen verschoben. Mit der Begründung des KM wenn der Rechtsanspruch für Kinder ab dem 3. Lebensjahr erfüllt und sich die finanzielle Lage des Landes erholt hat, ja mit Einführung des OP wird sich dies ändern.
Doch das Land hat die finanziellen Mittel, wenn es endlich anerkennt das die Folgekosten die wir bereits jetzt über die stetig steigenden Sozialabgaben zahlen,  ein vielfaches dessen übersteigt was wir tatsächlich für eine bessere personelle Ausstattung und kleinere Gruppen investieren müssten. Zudem würden Gelder frei, wenn die zahlreichen oft unnötigen, sinnlosen kurzfristigen Projekte des Landes, die oft nur an der Oberfläche der Probleme kratzen endlich gestrichen würden.

Wir fordern dass Baden Württemberg, als eines der reichsten Bundesländer auf, endlich zu seinem Versprechen zu stehen, dass die Kinder und Familien in diesem Land mehr Wert sind im Kinderland Baden Württemberg.

Wir fordern die verbindliche Einführung des Orientierungsplan, kleinere Gruppen mit maximal 20 Kinder und einen Personalspiegel der angemessen den Anforderungen an ein modernes Bildungssystem endlich
allen Kindern einen chancengleichen Zugang zur allen Bildungsangeboten ermöglicht.

Wir fordern, dass den Familien in diesem Land mit niederschwelligen Angebotsformen die die Kindertageseinrichtungen seit Jahren vorhalten,
weiterhin unter die Arme gegriffen und kein weiterer Sozialleistungsabbau zu Gunsten weniger stattfindet.

Das Land hat die Pflicht die Familien vor Ort bei der Bewältigung ihres Alltags mit all den Erziehungsaufgaben und Anforderungen zu  unterstützen.

Das Land kann die Kommunen hier nicht ein weiteres Mal im Regen stehen lassen, denn damit löst es den sozialen Kollaps aus und dass ist ein Armutszeugnis für ein so reiches Bundesland wie Baden Württemberg

Christel Ulmer, Petra Fritsch und Roswitha Stadler